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Grenzenlos Kultur Vol. 28

„ZWISCHEN ERDE UND EWIGKEIT“
Anton Bruckner
Messe in d-Moll für Soli, Chor und Orchester WAB 26
Als eine „Musik in Form eines Sonnensystems, eine Sammlung von Rokokoschleifen, die sich in einer immer größeren Umlaufbahn umeinander winden“ beschreibt die US-amerikanische Komponistin
Missy Mazzoli ihre Sinfonia (for Orbiting Spheres). Der Titel Sinfonia ist dabei nicht nur eine Reminiszenz an die gleichnamige barocke Form, sie stellt auch den Bezug zur alten italienischen Bezeichnung für die Drehleier her, die sich durch einen durchgehenden Bordun-Ton auszeichnet, über dem mit Hilfe einer Klaviatur Melodien gestaltet werden können. Das 2014 entstandene Orchesterwerk ist in den
Worten der Komponistin „ein Stück, das brodelt und brodelt, sich dem Publikum annähert, nur um im nächsten Moment blitzschnell wieder zu verschwinden und dabei die Ensemble-Klänge in eine improvisierte Drehleier zu verwandeln, die ungestüm ins All geschleudert wird“.
In höchste himmlische Sphären ist auch Anton Bruckners Messe in d-Moll gerichtet, die dem klassischen Ordinarium folgend zu Ehren Gottes im Himmel und für den Frieden der Menschen auf Erden musiziert wird. Mit dieser Messe für Soli, gemischten Chor, Orchester und Orgel wagte sich Bruckner zum ersten Mal in größere kirchenmusikalische Dimensionen vor. Er schrieb sie 1864 unter dem Eindruck einer Aufführung von Wagners Tannhäuser. Tatsächlich hat sich dieser Einfluss in der Rolle des Orchesters niedergeschlagen, das die musikalische Ausgestaltung des Textes unterstützt und seine Aussage intensiviert. Mit einer ebenfalls von Wagner beeinflussten Harmonik taucht der religiöse Bruckner tief in den Glaubenshintergrund des Messtextes ein und deutet ihn detailreich in Musik aus. Er geht dabei so weit, einzelne Textbestandteile herauszugreifen, zu wiederholen oder den Duktus der Musik zu verändern, um die Zuhörenden auf den Inhalt aufmerksam zu machen, der sonst oft in der Formelhaftigkeit der allzu bekannten Sätze verloren geht.
„Die Musik hat mich so gefesselt, dass ich während ihres Erklingens nicht beten konnte!“, soll der Bischof Franz Joseph Rudigier nach der Uraufführung der d-Moll-Messe im Linzer Dom ausgerufen haben. Auch das restliche Publikum war begeistert und die Kritik feierte das Werk als „das Ausgezeichnetste, was seit langem in diesem Fache geleistet wurde“. Und Bischof Rudigier gab in seiner Begeisterung gleich eine weitere Messe bei Bruckner in Auftrag.
„ZWISCHEN ERDE UND EWIGKEIT“
Dauer: 70 Minuten (keine Pause)
Bitte beachten Sie: Der Dom öffnet erst 30 Minuten vor Konzertbeginn.
Für mehr Sitzkomfort empfehlen wir Ihnen bei Bedarf eigene Sitzkissen mitzubringen.
Besuchen Sie vor oder nach der Vorstellung gern unser Theaterrestaurant ZUM GRÜNEN KAKADU am Gutenbergplatz.

Sopran … Dorin Rahardja
Alt … Karina Repova
Tenor … link:menschen/saenger/yoonki-baek text:Yoonki Baek)
Bass … Derrick Ballard
Chöre am Hohen Dom zu Mainz
Dirigent … Gabriel Venzago
von Richard Wagner (1850)
Neue Konzertreihe - Jede*r ist willkommen!
Giuseppe Verdi (1893)
von William Schwenck Gilbert und Arthur Sullivan (1879)